Hünenberg - Mittwoch, 08.02.2012


Di, 25.05.2010

Wie viel Strasse soll es sein?

Unter diesem Titel, welcher in der Neuen Zuger Zeitung gesetzt war, diskutierte auch die SP Fraktion die verschiedenen Verkehrsvorlagen.

SP Hünenberg
(Foto: zvg)

Bei der Freigabe des Objektkredites für das Teilprojekt Artherstrasse geht es um die Bevorzugung des öV und der notwendigen Sanierung der Strasse. Der Langsamverkehr wird zu Gunsten einer Busspur auf eine Seite  gedrängt, so dass der Fahrradstreifen die Fahrbahn queren muss. Mit der Busspur kann eine Zeitersparnis von 3 bis 5 Minuten realisiert werden. Auch wenn diese Minuten gering erscheinen, kann damit der Busfahrplan stabilisiert und die Anschlussgarantie erhöht werden. Die Strasse muss saniert werden, die Busspur ist ein sinnvolles Nebenprodukt. Eine ganz andere Ausgangslage zeigt sich bei der Sinserstrasse in Cham. Die  Strassenqualität ist gut, einige kleine Schäden und eine Baumallee, welche ersetzt werden muss. Trotzdem will die Baudirektion und die Staatswirtschaftskommission diesen Kredit von CHF 4,5 Mio. durch winken. Die Regierung erklärt, es sei keine Luxuslösung, notabene der Laufmeter beläuft sich auf rund CHF 7`900.--. Die Strasse soll für die neuen Wohnquartiere, welche von Hammer Retex gebaut werden, Um- und Ausgebaut werden. Die direkte Ausfahrt von Wohnquartieren auf eine Kantonsstrasse ist nicht erlaubt. Hier soll jedoch der Staat die entsprechende Umgestaltung bezahlen. Die Kostenbeteiligung durch Hammer Retex von 30% ist eine Farce. Mit dem Landverkauf, welcher für den Ausbau nötig würde, erhält die Firma das Geld zurück. Sie muss sich später nicht einmal mehr an den Sanierungskosten beteiligen, da die Strasse dann ja dem Kanton gehört. Wahrlich ein gutes Geschäft!! Und was sagt die Staatswirtschaftskommission (das Finanzgewissen des Kantonsrates) zu diesem Deal? Sie nickt das Geschäft mit 6:0 durch.

Die SP Fraktion unterstützt die Sanierung Artherstrasse, lehnt aber den unnötigen Umbau der Sinserstrasse klar ab. In der dritten Verkehrsvorlage geht es um das Parkplatzleitsystem in der Stadt Zug. Wir  bedauern es sehr, dass die privaten Parkplatzanbieter nicht auf diesen fahrenden Zug  aufspringen. Eine längst fällige Innovation könnte realisiert werden, auch wenn Startinvestitionskosten anfallen. Für den Kanton ist das Risiko relativ klein, da vom investierten Geld ein grosser Teil durch den Agglomerationsfonds zurück bezahlt werden kann. Mit fünf grossen Parkierungsanlagen kann es dem Kanton nicht egal sein, ob der  Suchverkehr reduziert wird oder nicht. Mit dem Leitsystem kann unnötiger Autoverkehr reduziert werden.

Am Nachmittag besucht die SP Fraktion die Wasserkraftwerke aus der Pionierzeit der Elektrifizierung in Hagendorn und im Frauental. Ein Vertreter der Wasserwerke AG wird uns die Sanierung und den Gewinn für die Umwelt erläutern.(zio.ch / Hubert Schuler)


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