Schweiz - Dienstag, 07.02.2012


Mi, 28.02.2007

Vorschläge der Apotheker "inakzeptabel und gefährlich"

Der Vorschlag der Apotheker, in Bagatellfällen künftig selber Rezepte auszuschreiben, hat die Delegierten der Ärztevereinigung FMH zu einer scharfen Protestnote veranlasst. Der Vorschlag der Apotheker sei "inakzeptabel und gefährlich".

Die Stellungnahme wurde an der Delegiertenversammlung der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH) in Bern verabschiedet.

Die FMH-Delegierten seien "empört, ja schockiert über die Idee der Apotheker", heisst es darin. Nur Ärzte verfügten über die langjährige Aus-, Weiter- und Fortbildung, die überhaupt zur Unterscheidung zwischen leichten und schweren Krankheitsfällen legitimiere.

Werde ihre professionelle Diagnose umgangen, sei die Sicherheit der Patienten ernsthaft gefährdet. Auch eine Gate-Keeping-Funktion im Rahmen von Managed-Care-Modellen sei eine ärztliche Tätigkeit, die höchsten medizinischen Ansprüchen genügen müsse "und keinesfalls von irgendwelchen anderen Berufsleuten ausgeübt werden darf".

Geradezu lächerlich sei das Argument der Kosteneinsparung, das die Apotheker ins Feld führten. Bereits heute seien Medikamente für Bagatellfälle in den Apotheken ohne Rezept erhältlich und würden vom Patienten bezahlt.

"Der Vorschlag der Apotheker zielt darauf ab, mehr Medikamente durch die obligatorische Grundversicherung bezahlen zu lassen, was wiederum die Krankenkassenprämien in die Höhe treiben würde." Zudem drohe die Gefahr einer unnötigen Mengenausweitung.

"Absolut unverständlich" ist für die FMH ausserdem, dass sich das Bundesamt für Gesundheit dem Vorschlag der Apotheker nicht vehement widersetzt.

(zio.ch / sda)


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