Steinhausen - Donnerstag, 09.02.2012


Mi, 24.09.2008

„Tempo-30-Zone“ - bleibt die Bevölkerung auf der Strecke?

Mit grossem Unbehagen verfolgen wir, wie der Gemeinderat das Konzept „Tempo-30-Zone“ erarbeiten und das fertige Paket dann von den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern absegnen lassen will.

Frische Brise Alternative Steinhausen
(Foto: zvg)

Obwohl Sie für die Bearbeitung von grundlegenden Zukunftsprojekten wiederholt den Miteinbezug der interessierten Bevölkerung in Aussicht gestellt haben, befürchten wir, dass mit dem von Ihnen eingeschlagenen Weg die Bevölkerung bei der Meinungsbildung zu diesem wichtigen Thema ausgehebelt wird. Dies auch deshalb, weil das kürzlich vorgestellte Ergebnis der Bevölkerungsbefragung nicht darauf eingeht und der Gemeinderat offenbar beabsichtigt, in das Konzept „Tempo-30-Zone“ auch gleich noch Regelungen zur generellen Verkehrsführung zu verpacken.

In diesem Frühjahr haben Sie bei 800 Personen eine Umfrage zu einer flächendeckenden Tempo-30- Zone in Steinhausen durchgeführt. Gemäss Ihrer Mitteilung ist keine deutliche Mehrheitsmeinung zu erkennen. Dennoch sei die Stossrichtung bezüglich der Einführung der Tempo-30-Zonen erkennbar, weshalb das Konzept nun fertig gestellt, vom Gemeinderat genehmigt und dann im nächsten Frühling der Bevölkerung vorgestellt werden soll. Im Sommer 2009 soll dann die entsprechende Urnenabstimmung stattfinden.

Wir befürchten, dass es sich bei der von Ihnen durchgeführten Umfrage lediglich um eine Alibiübung handelt, bei der es darum geht, die vom Gemeinderat gewünschte Lösung zu zementieren. Die fehlende Professionalität und Qualität der Umfrage haben wir Ihnen gegenüber bereits vor der Auswertung bemängelt. Dies mit dem Hinweis, dass die von Ihnen vorgegebenen Antwortmöglichkeiten zu keinem aussagekräftigen Resultat führen werden, was nun auch so eingetreten ist.

Grundlegende Verkehrsmassnahmen weisen für die Bevölkerung stets einen hohen Betroffenheitsgrad auf. Die Erfahrungen zeigen, dass solche Konzepte nur Erfolg haben, wenn sie bei der Bevölkerung auf Verständnis und eine breite Unterstützung stossen. In der Antwort auf unsere Interpellation vom vergangenen Dezember über den Miteinbezug der Steinhauser Bevölkerung bei der Weiterentwicklung unserer Gemeinde haben Sie diese Feststellung ausdrücklich bestätigt.

Wir sind überzeugt, dass der von Ihnen eingeschlagene Weg zu unnötigen Konflikten zwischen Behörden und Bevölkerung sowie zu Frustrationen führt. Deshalb ersuchen wir Sie, das Vorgehen für die Erarbeitung des Konzeptes „Tempo-30-Zone“ nochmals zu überdenken. Wünschenswert ist, dass Sie dabei von den Möglichkeiten (z.B. Workshops, Arbeitsgruppen, etc.) Gebrauch machen, die Sie für den Miteinbezug der Steinhauser Bevölkerung bei Zukunftsprojekten in Aussicht gestellt haben.

Damit wird ein tatsächlicher Meinungsbildungsprozess zugelassen und mit Sicherheit eine breit abgestützte Lösung erreicht. Dafür sichern wir Ihnen eine konstruktive Mitarbeit zu.
(zio.ch / Frische Brise Alternative Steinhausen)


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