Ski nordisch - Freitag, 03.09.2010


Sa, 24.02.2007

Simon Ammann ist Weltmeister!

Simon Ammann --EQ
(Foto: EQ Images)

Simon Ammann ist der erste Schweizer Skisprung-Weltmeister der Nachkriegszeit. Fünf Jahre nach seinem Doppel-Olympiasieg in Salt Lake City triumphierte der Toggenburger im WM-Springen auf der Grossschanze in Sapporo.

Ammann siegte mit dem hauchdünnen Vorsprung von 0,2 Punkten vor dem finnischen Überraschungsmann Harri Olli. Bronze holte der wiedererstarkte Norweger Roar Ljökelsöy.

Für die Schweiz ist es die zweite WM-Goldmedaille im Skispringen nach Marcel Reymonds Erfolg 1933 in Innsbruck und der erste Medaillengewinn seit 1997, als Sylvain Freiholz in Trondheim ebenfalls auf der Grossschanze Bronze gewonnen hatte.

Bei äusserst schwierigen Bedingungen legte Simon Ammann die Basis zu seinem neuerlichen Triumph im ersten Durchgang. Dort sprang er zwar mit 125 Metern nur unwesentlich weiter als seine stärksten Konkurrenten. Weil der 26-Jährige aber die besten Stilnoten erhielt, vermochte er doch eine Reserve von 3,8 Punkten und mehr zu seinen Konkurrenten zu schaffen. Im zweiten Durchgang kam Ammann mit 134,5 Metern auf die drittgrösste Weite, womit er nach seinem zweiten Flug zuerst einmal einige Sekunden zittern musste, ob es zum Sieg reichen würde. Dann zeigte der Freudenausbruch des Toggenburgers, dass er es geschafft hatte. Um winzige 0,2 Punkte lag er noch vor Olli, der seine erste Medaille gewann. Der drittplatzierte Roar Ljökelsoy hatte bei den Olympischen Spielen in Turin sowohl auf der Normalschanze wie mit der norwegischen Mannschaft Bronze gewonnen.

Ammanns Erfolg ist verdient. Der Toggenburger wies sich während der ganzen Saison über eine grosse Konstanz aus, und zwar nicht nur in den Wettkämpfen, sondern auch im Training. Es scheint, dass er nach einer langen Wartezeit die Last des Doppelsieges von Salt Lake City endlich ablegen konnte.

Bei verlängertem Anlauf übertraf im zweiten Durchgang ein Spitzenspringer den andern. Janne Ahonen ging zunächst mit 130 Metern in Führung, er wurde dann aber der Reihe nach übertrumpft von Thomas Morgenstern (131,5), Adam Malysz (133), Roar Ljökelsöy (135) und Harri Olli (136,5). Ammann sprang auf 134,5 Meter, also zwei Meter weniger weit als der Finne.

Pech hatte Andreas Küttel. Der zweite Schweizer Spitzenspringer musste beide Sprünge bei schlechten Bedingungen absolvieren und hatte dadurch von Beginn an keine Chance auf einen Spitzenplatz. Zuletzt belegte er mit Sprüngen von 111 und 122 Metern den 19. Platz. Guido Landert verpasste als 40. den Final.

Gregor Schlierenzauer und Anders Jacobsen, die beiden dominierenden Newcomer der Saison, erbrachten wie schon im Training keine Topleistungen und mussten sich mit den Schlussrängen 10 respektive 14 begnügen.

Das Schlussklassement: 1. Simon Ammann (Sz) 266,1 (125/134,5 m). 2. Harri Olli (Fi) 265,9 (124/136,5). 3. Roar Ljökelsöy (No) 262,9 (123/135). 4. Adam Malysz (Pol) 258,3 (123/133). 5. Thomas Morgenstern (Ö) 255,3 (122/131,5). 6. Janne Ahonen (Fi) 249,9 (123/130). Ferner: 10. Gregor Schlierenzauer (Ö) 223,6 (115/124,5). 14. Anders Jacobsen (No) 219,6 (114,5/122,5). Nicht im Final: 40. Guido Landert (Sz) 71,5 (100).

(zio.ch / si)


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