Kanton Zug - Samstag, 31.07.2010


Di, 09.03.2010

Grünliberale erfreut über Verlängerung des Gentechmoratorium

Die Grünliberalen begrüssen die Verlängerung des Gentechnik-Moratoriums in der Landwirtschaft und damit ein um drei Jahre verlängertes Verbot zum kommerziellen Anbau von gentechnisch verändertem Saatgut in der Schweiz.

Grünliberale
(Foto: zvg)

Die Grünliberalen wollen eine nachhaltige, gentechnikfreie Landwirtschaft und stehen zum Forschungsplatz Schweiz. Der Forschungsplatz ist durch das Moratorium nicht gefährdet. Hingegen sollten die Resultate des nationalen Forschungsprogramms zu den Chancen und Risiken der Gentechnologie abgewartet werden.

Die Grünliberalen sind überzeugt, dass die Produkte der Schweizer Landwirtschaft auf lokalen und internationalen Märkten eine Chance haben, wenn sie sich glaubwürdig über eine besondere ökologische Qualität auszeichnen. Dafür muss sich unsere Landwirtschaft als natürliche – also gentechnikfreie und ökologische – Landwirtschaft profilieren. Es gibt in Europa einen Markt für qualitativ hochwertige und hochpreisige Produkte, also für Schweizer Produkte. Umso mehr, da zahlreiche Regionen oder Mitgliedstaaten in Europa gerne für sich das Label „gentechnikfrei“ beanspruchen würden oder auf ihrem Hoheitsgebiet Verbote zur Inverkehrbringung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in Kraft sind, die EU jedoch kein faktisches GVO-Zulassungsmoratorium kennt.

Für ein glaubwürdiges Marketing ist ein geschlossenes Auftreten der Schweizer Landwirtschaft wichtig. Falls einzelne Landwirte trotz der hohen Hürden - z.B. aufgrund des Haftungsrechts für GVO-Anbau - nach Ablauf des bestehenden Moratoriums ab Ende nächsten Jahres, vorpreschen und GVO anpflanzen würden, könnte das dem guten Ruf der gesamten Schweizer Landwirtschaft schaden.

Ergebnisse des nationalen Forschungsprogramms zur grünen Gentechnik abwarten Die Verlängerung des Gentechnik-Moratoriums gerechtfertigt, da die Synthesen aus dem Nationalen Forschungsprogramms  NFP 59 über ‚Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen’ frühestens ab Mitte 2012 vorliegen werden. Das NFP 59 hat nicht nur das Ziel, bestehende Wissenslücken zu GVO zu schliessen, es soll auch zu Diskussionen rund um die Chancen und Risiken der grünen Gentechnik anregen. Diese Möglichkeit kann dank der Moratoriumsverlängerung unbeeinflusst vom politischen Druck erfolgen.

Für einen starken Forschungsplatz
Die geplante Moratoriumsverlängerung hat keinen Einfluss auf laufende oder geplante Forschungsarbeiten im Bereich grüner Gentechnik. Freisetzungsversuche können schon heute im Rahmen der Auflagen und Verfahren der Freisetzungsverordnung bewilligt und durchgeführt werden. Es ist wichtig, dass nach Ablauf des NFP 59, die Forschung in der Pflanzenbiotechnologie gestärkt wird. Es soll hier deshalb geprüft werden, wo unnötige Hürden bestehen und wie die Bedingungen für die Forschung verbessert werden können.

Bevölkerung klar gegen kommerzeiellen Gentech-Anbau
Univox-Analysen zeigen, dass rund 60 Prozent der Bevölkerung keinen kommerziellen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen wollen. Diese Realität müssen Politik, Forschung und Landwirtschaft zur Kenntnis nehmen.(zio.ch / Jan Flückiger)


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