| Mo, 14.02.2011 |
Ausbildungszentrum der Novartis: Am falschen Ort geplant
Die Zuger Sektionen von Pro Natura, WWF und Heimatschutz sowie die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz äussern sich negativ zur Einzonung und zum Bebauungsplan für das Ausbildungszentrum der Novartis in Risch.
Das Projekt soll in einer mehrfach geschützten Landschaft zu stehen kommen, weshalb es im Widerspruch zu wichtigen Grundsätzen der Raumplanung und des Landschaftsschutzes steht.
Die Zuger Baudirektion hat das Ausbildungszentrum der Novartis am Aabach vergangene Woche als bewilligungsfähig eingestuft. Die Umweltorganisationen kommen nach eingehender Auseinandersetzung mit dem Projekt zum gegenteiligen Schluss: Am Standort Aabach widerspricht das Ausbildungszentrum wichtigen Grundsätzen der Raumplanung und des Landschaftsschutzes, weshalb auch der entsprechende Bebauungsplan abgelehnt wird. Wichtigste Kritikpunkte von Pro Natura, WWF und Heimatschutz sowie der Stiftung Landschaftsschutz sind:
• Der geplante Standort des Zentrums liegt im nationalen Landschaftsschutzgebiet Zugersee (BLN). In solchen Gebieten können nur neue Vorhaben gebaut werden, denen ebenfalls «nationale Bedeutung» zukommt. Dies ist beim privaten Ausbildungszentrum der Novartis eindeutig nicht der Fall.
• Das Gebiet Aabach liegt heute in der Landwirtschafts-, in der Landschaftsschutz-, sowie teilweise in der Seeuferschutzzone. Diese Zonen haben den Zweck, das landschaftlich wichtige Ufergebiet auch in Zukunft von einer Überbauung frei zu halten.
• Sämtliche Gebäude des heutigen Landguts – ausser das Gärtnerhaus - werden abgebrochen. Dadurch wird die im kantonalen Richtplan vorgesehene Spezialzone für die Erhaltung historisch wertvoller Gebäude hinfällig. Das Ausbildungszentrum ist weder eine massvolle Weiterentwicklung, noch orientiert es sich am Bestehenden. Es handelt sich um ein Neubauprojekt, das zwingend in das bestehende Siedlungsgebiet gehört. Die über den ganzen Park verteilten 11 neuen Gebäude tragen unnötig zur weiteren Zersiedelung im Kanton Zug bei.
• Es gibt im Zuger Richtplan genügend Standorte, auf denen ein privates Ausbildungszentrum in der Grösse eines mittleren Seminarhotels ohne Beeinträchtigung des landschaftlich und ökologisch sensiblen Seeufers möglich ist.
Auf Einladung der Firma Novartis haben die Umweltorganisationen das Gelände zweimal besucht und wurden umfassend über sämtliche Aspekte des Projekts orientiert. Eine architektonisch und landschaftsplanerisch zweifellos hoch stehende Projekt-Ausarbeitung kann indes kein Grund für deren Realisierung in einer mehrfach geschützten Seeuferlandschaft sein. Die gebotene Freihaltung lässt sich auch nicht mit punktuellen Änderungen oder weiteren ökologischen Aufwertungen erreichen.
Die Umweltorganisationen bedauern, dass die Zuger Behörden bei ihrer Beurteilung die wirtschaftlichen Interessen gegenüber einer geordneten und landschaftsschonenden Siedlungsentwicklung höher gewichtet haben. Da bereits zu viele Kultur- und Naturlandschaften verschwunden sind, werden sich die Umweltorganisationen für die Freihaltung des Zugerseeufers in Risch einsetzen.
(zio.ch / André Guntern)
Die Zuger Baudirektion hat das Ausbildungszentrum der Novartis am Aabach vergangene Woche als bewilligungsfähig eingestuft. Die Umweltorganisationen kommen nach eingehender Auseinandersetzung mit dem Projekt zum gegenteiligen Schluss: Am Standort Aabach widerspricht das Ausbildungszentrum wichtigen Grundsätzen der Raumplanung und des Landschaftsschutzes, weshalb auch der entsprechende Bebauungsplan abgelehnt wird. Wichtigste Kritikpunkte von Pro Natura, WWF und Heimatschutz sowie der Stiftung Landschaftsschutz sind:
• Der geplante Standort des Zentrums liegt im nationalen Landschaftsschutzgebiet Zugersee (BLN). In solchen Gebieten können nur neue Vorhaben gebaut werden, denen ebenfalls «nationale Bedeutung» zukommt. Dies ist beim privaten Ausbildungszentrum der Novartis eindeutig nicht der Fall.
• Das Gebiet Aabach liegt heute in der Landwirtschafts-, in der Landschaftsschutz-, sowie teilweise in der Seeuferschutzzone. Diese Zonen haben den Zweck, das landschaftlich wichtige Ufergebiet auch in Zukunft von einer Überbauung frei zu halten.
• Sämtliche Gebäude des heutigen Landguts – ausser das Gärtnerhaus - werden abgebrochen. Dadurch wird die im kantonalen Richtplan vorgesehene Spezialzone für die Erhaltung historisch wertvoller Gebäude hinfällig. Das Ausbildungszentrum ist weder eine massvolle Weiterentwicklung, noch orientiert es sich am Bestehenden. Es handelt sich um ein Neubauprojekt, das zwingend in das bestehende Siedlungsgebiet gehört. Die über den ganzen Park verteilten 11 neuen Gebäude tragen unnötig zur weiteren Zersiedelung im Kanton Zug bei.
• Es gibt im Zuger Richtplan genügend Standorte, auf denen ein privates Ausbildungszentrum in der Grösse eines mittleren Seminarhotels ohne Beeinträchtigung des landschaftlich und ökologisch sensiblen Seeufers möglich ist.
Auf Einladung der Firma Novartis haben die Umweltorganisationen das Gelände zweimal besucht und wurden umfassend über sämtliche Aspekte des Projekts orientiert. Eine architektonisch und landschaftsplanerisch zweifellos hoch stehende Projekt-Ausarbeitung kann indes kein Grund für deren Realisierung in einer mehrfach geschützten Seeuferlandschaft sein. Die gebotene Freihaltung lässt sich auch nicht mit punktuellen Änderungen oder weiteren ökologischen Aufwertungen erreichen.
Die Umweltorganisationen bedauern, dass die Zuger Behörden bei ihrer Beurteilung die wirtschaftlichen Interessen gegenüber einer geordneten und landschaftsschonenden Siedlungsentwicklung höher gewichtet haben. Da bereits zu viele Kultur- und Naturlandschaften verschwunden sind, werden sich die Umweltorganisationen für die Freihaltung des Zugerseeufers in Risch einsetzen.
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