| Fr, 09.02.2007 |
Anja Pärson gewinnt auch Kombi-Gold
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Anja Pärson --EQ |
Anja Pärson ist in ihrer Heimat auf dem Weg zum WM-Superstar. Die Schwedin gewann in Are nach dem Super-G hoch überlegen auch die Super-Kombination. Die Schweizerinnen spielten wie erwartet eine untergeordnete Rolle.
Die Basis zu ihrem sechsten WM-Titel legte Anja Pärson mit der überlegenen Bestzeit in der Abfahrt, so dass ihr im Slalom eine kontrollierte Fahrt zum neuerlichen Sieg reichte. Silber holte Riesenslalom-Olympiasiegerin Julia Mancuso, die vor zwei Jahren in Santa Caterina im Super-G und im Riesenslalom Dritte geworden war. Bronze ging an Marlies Schild, die mit Laufbestzeit im Slalom vom 10. Platz aufs Podium stürmte. Die Salzburgerin rettete derart halbwegs die Ehre der mit grossen Ambitionen ins Rennen gegangenen Österreicherinnen. Lindsey Kildow wurde als Zweitschnellste der Abfahrt nach einem Einfädler nachträglich disqualifiziert.
"Das war der schwerste Lauf meiner ganzen Karriere. Ich war noch nie so nervös wie heute", gab sich Anja Pärson erleichtert. Die Reaktion ist verständlich, zumal es der Slalom-Olympiasiegerin in ihrer einstigen Domäne in diesem Winter im Weltcup im Allgemeinen und in den Super-Kombinationen im Besonderen alles andere als gewünscht gelaufen ist. In den beiden Kombinationen auf der Reiteralm und in Altenmarkt-Zauchensee schied sie im zweiten Wettkampfteil jeweils aus. Nun aber, im wichtigsten Rennen des Winters, fand sie zu ihrer Stärke und Sicherheit zurück.
Mit sechs WM-Titeln zog Anja Pärson in der ewigen Rangliste mit der Französin Marielle Goitschel und Erika Hess gleich. Noch mehr Goldmedaillen an Weltmeisterschaften, nämlich zwölf, gewann einzig die Deutsche Christl Cranz in den Dreissigerjahren. Zudem übertraf Anja Pärson ihren Landsmann Ingemar Stenmark, der in seiner glorreichen Karriere an Weltmeisterschaften fünfmal zuoberst auf dem Podium gestanden hatte. Und nicht zuletzt sorgte Anja Pärson für eine Premiere. In ihrem Palmarès sind wohl 34 Weltcup-Siege aufgeführt, eine (Super-)Kombination hat sie aber noch nie gewonnen. Bislang stand ihr meist Janica Kostelic vor der Sonne. Die pausierende Kroatin blieb fast fünf Jahre ungeschlagen und gewann in dieser Phase neben den vier Wettkämpfen im Weltcup auch je zweimal Gold an Olympischen Spielen und bei Weltmeisterschaften.
Von den mit bescheidenen Zielen angetretenen Schweizerinnen war Rabea Grand die Beste, die wie Tamara Wolf und Dominique Gisin ihr erstes WM-Rennen bei den "Grossen" bestritt. Die 22-jährige Walliser Winzertochter, die den Slalom eröffnete, schaffte mit Rang 13 die angestrebte Klassierung in den Top 15. "Mit meiner Leistung in der Abfahrt darf ich zufrieden sein. Im Slalom dagegen hätte ich mehr riskieren können", sagte die Abfahrts-Europacup-Siegerin des Vorwinters.
Catherine Borghi kam in der Abfahrt wie in den Trainings nicht zurecht und belegte im Schlussklassement Platz 24. Die 30-Jährige aus Les Diablerets wird sich steigern müssen, will sie sich am Samstag im Duell mit ihrer Zimmerkollegin Sylviane Berthod den letzten Startplatz für die Spezialabfahrt vom Sonntag sichern. Tamara Wolf musste im Slalom zurücksteigen und fiel an den Schluss der Rangliste zurück. Dominique Gisin, nach der Abfahrt als Achte erwartungsgemäss die bestklassierte Vertreterin von Swiss-Ski, schied aus.
WM-Super-Kombination der Frauen: 1. Anja Pärson (Sd) 1:57,69. 2. Julia Mancuso (USA) 0,81 zurück. 3. Marlies Schild (Ö) 0,85. 4. Sarka Zahrobska (Tsch) 1,05. 5. Kathrin Zettel (Ö) 1,91. 6. Nicole Hosp (Ö) 2,22. 7. Maria Riesch (De) 2,33. 8. Nike Bent (Sd) 2,46. 9. Veronika Zuzulova (Slk) 3,05. 10. Emily Brydon (Ka) 3,17. 11. Petra Robnik (Sln) 3,20. 12. Kaylin Richardson (USA) 3,25. 13. Rabea Grand (Sz) 3,27. Ferner: 24. Catherine Borghi (Sz) 5,72. 26. Tamara Wolf (Sz) 8,68. -- Ausgeschieden u.a.: Dominique Gisin (Sz), Lindsey Kildow (USA), Resi Stiegler (USA), Michaela Kirchgasser (Ö).
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