| Mi, 28.02.2007 |
Protest gegen Agrarpolitik 2011 - Petition eingereicht
Bauernorganisationen fordern den Bundesrat und das Parlament auf, das Verschwinden von Bauernbetrieben zu bekämpfen. Sie haben in Bern eine Kundgebung durchgeführt und eine Petition gegen die Agrarpolitik eingereicht.
Die Petition "Stoppt die Landflucht" wurde von der Kooperative Longo Mai und der Westschweizer Bauerngewerkschaft "Uniterre" lanciert. Über 37 000 Personen hätten sie unterzeichnet, teilten die Organisationen mit.
Der Bundesrat und das Parlament werden aufgerufen, alles zu unternehmen, um die Bauernbetriebe zu erhalten. Jugendliche sollen ermutigt werden, landwirtschafliche Berufe zu erlernen, und der landwirtschaftliche Boden soll der Spekulation entzogen werden.
Die Agrarpolitik 2011, mit der sich in der Frühjahrssession der Nationalrat beschäftigt, sehe das Verschwinden der Hälfte aller Bauernbetriebe vor, kritisieren die Organisationen. Im Namen der Rentabilität solle die bäuerliche Landwirtschaft durch eine industrielle Produktion mit all ihren Nebenwirkungen auf Mensch und Umwelt ersetzt werden. Es müsse die Notbremse gezogen werden.
Die Agrarpolitik 2011 begünstige die Versorgung der Schweiz mit Lebensmitteln, welche tausende von Kilometern hinter sich hätten, sagte Uniterre-Präsident Pierre-André Tombez an der Kundgebung und forderte eine Rückweisung der Vorlage.
Raymond Gétaz von Longo Mai betonte, dass es nicht nur um die Schweiz gehe. Die globale Landwirtschaftspolitik entwurzle Millionen von Menschen. Viele seien mit einer Landwirtschaftspolitik, deren oberste Maxime die Logik des Weltmarktes sei, nicht einverstanden. Neben den "gebetsmühlenartig wiederholten neoliberalen Mantras" gebe es längst andere Stimmen.
Vor der Übergabe der Petition zogen rund 200 Personen mit 2000 an langen Wäscheleinen befestigten Bauernhöfen aus Karton durch die Stadt Bern. Damit sollte das Verschwinden von 2000 Bauernbetrieben pro Jahr symbolisiert werden. Die Wäscheleinen mit den Bauernhöfen wurden anschliessend bei Wind und Regen auf dem Bundesplatz aufgestellt.
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