Kanton Zug - Freitag, 18.05.2012


Fr, 30.09.2011

Der Zuger Richtplan wird angepasst

Der Zuger Richtplan wird in den Kapiteln "Erholung und Sport" und "Nationaler und internationaler Bahnverkehr" angepasst. Die Bevölkerung ist eingeladen, mitzuwirken und Vorschläge einzubringen.

Die Anpassung liegt vom 1. Oktober bis 29. November 2011 öffentlich auf. Die Baudirektion prüft die eingehenden Vorschläge und unterbreitet anschliessend die Anpassung dem Regierungsrat zu Handen des Kantonsrates. Dieser wird das Geschäft voraussichtlich im Frühjahr 2012 behandeln.

Bei den beiden Anpassungen werden bestehende Kapitel des Zuger Richtplanes ergänzt.

Der Kantonsrat bezeichnete im Zuger Richtplan 11 Erholungsgebiete mit kantonaler Ausstrahlung. Erwähnt seien beispielsweise der Zugerberg, der Raten oder die Höllgrotten in Baar. In diesen Gebieten konzentrieren sich intensive Erholungsnutzungen. Neue Bauten und Anlagen können gebaut werden, wenn die Gemeinden mit entsprechenden Konzepten dies aufzeigen und spezielle Zonen für allfällige Bauten und Anlagen ausscheiden. Für den Zugerberg wurde ein breit abgestütztes Entwicklungsleitbild erstellt. Das Leitbild hält fest, dass auf dem Lienisberg in Walchwil ein neuer Erholungsschwerpunkt Sinn macht. Deshalb soll der Kantonsrat diesen Schwerpunkt im Richtplan festlegen.

Nach der Inbetriebnahme des Gotthard- und Ceneri-Basistunnels soll zwischen Zürich und dem Tessin resp. Mailand ein Halbstundentakt im Fernverkehr angeboten werden. Für die Kreuzung der Züge ist in Walchwil eine neue, 1.7 km lange Doppelspurinsel nötig. Es zeigte sich, dass eine offene Linienführung die meisten Vorteile hat. Diese Linienführung soll im Richtplan festgelegt werden.

Festsetzung des Erholungsschwerpunktes Lienisberg
Das Gebiet Zuger-/Walchwiler-/Rossberg zeichnet sich durch aussergewöhnliche Naturwerte und eine grosse landschaftliche Vielfalt aus. Es ist ganzjährig ein beliebtes Ausflugsziel der Zuger Bevölkerung. Nirgendwo sonst im Kanton findet sich eine so hohe Dichte an Naturschutzgebieten und dies in so unmittelbarer Nähe zum Siedlungsgebiet. Die Beliebtheit des Erholungsraumes bringt verschiedenste Nutzungskonflikte mit sich. Es wurde beschlossen, ein Entwicklungsleitbild zu erarbeiten. Eine breit zusammengesetzte Projektgruppe hat sich mit der Entwicklung dieses Freiraums beschäftigt. Das Entwicklungsleitbild liegt seit Frühjahr 2011 vor. Es schlägt vor, auf dem Lienisberg einen neuen Schwerpunkt für die Erholung zu schaffen. Damit sollen die anderen Naturräume entlastet werden.

Auf dem Lienisberg liegt heute eine Sportanlage. Diese besteht aus einem Fussballfeld und einer Scheune für die Infrastrukturen. Mit der Festsetzung eines Erholungsschwerpunktes soll die Qualität des Standortes verbessert werden. In der Gemeinde Walchwil läuft zurzeit eine Planung für die Aufwertung des Lienisbergs. Diese Arbeiten werden nach Abschluss öffentlich vorgestellt und bilden die Basis für die raumplanerische Entwicklung. Die Gemeinde Walchwil unterstützt die Anpassung des Richtplanes.

Festsetzung der Doppelspur Walchwil
Im rechtskräftigen Richtplan ist die geplante Doppelspurinsel in zwei Varianten aufgeführt, d.h. mit einer offenen Linienführung sowie mit einem Tunnel. Der Kantonsrat beauftragte den Regierungsrat, sich in den weiteren Planungen für eine landschafts- und ortsbildverträgliche Tunnellösung einzusetzen. Die definitive Linienführung ist dem Kantonsrat wieder zu unterbreiten.

Gemeinsam mit der SBB wurde eine Variantenstudie erarbeitet, welche als Grundlage für die definitive Festlegung der Linienführung im Zuger Richtplan dient. Es wurden drei Varianten genauer betrachtet (vgl. Beilage 1):
- Variante 1: Offene Linienführung des Gleises im Bereich des bestehenden Bahntrassees, Länge des neuen 2. Gleises ca. 1.7 km.
- Variante 2: Mit kurzem, einspurigem Tunnel (Länge ca. 1.05 km) vom Lotenbach bis Lauihof/Büel, Länge des neuen 2. Gleises ca. 2.0 km.
- Variante 3: Mit langem, einspurigem Tunnel (Länge ca. 1.8 km) vom Lotenbach bis zum Bahnhof Walchwil, Länge des neuen 2. Gleises ca. 2.0 km.

Die Varianten wurden nach einheitlichen Kriterien bewertet. Die Variante "offene Linienführung" geht aus dem Vergleich als Bestvariante hervor. Ausschlaggebend sind folgende Punkte:
- Die Variante bedingt mit Abstand die kürzeste Bauzeit (rund 2 Jahre, die lange Tunnelvariante rund 4.5 Jahre).
- Die Haltestelle Hörndli wird von dem neuen 2. Gleis nicht umfahren.
- Der von der Gemeinde Walchwil geplante Panoramaweg entlang des SBB Trassees kann gleichzeitig erstellt und optimal geführt werden.
- Die Variante kostet rund 100 Millionen Franken gegenüber rund 180 Millionen Franken für die lange Tunnelvariante.
- Es gibt keine starken Eingriffe am nördlichen Dorfrand von Walchwil für das Tunnelportal.

Es zeigte sich auch, dass die beiden Tunnelvarianten keine entscheidenden Vorteile aufweisen, welche die wesentlich höheren Erstellungskosten und die längere Bauzeit rechtfertigen würden. Zudem kann mit einer einheitlichen Gestaltung des Bauwerkes (Stützmauern) und einer engen Begleitung des Projektes durch Kanton und Gemeinde das Projekt optimiert werden.

Orientierungsveranstaltung am 6. Oktober 2011 zur Doppelspur Walchwil Am Donnerstag, 6. Oktober 2011, findet von 20.00 Uhr - 22.00 Uhr im Gemeindesaal Walchwil, Schulhausstrasse 44, Walchwil, eine öffentliche Orientierungsveranstaltung zum Projekt "Doppelspur Walchwil" statt. Baudirektor Heinz Tännler, Gemeindepräsident Tobias Hürlimann sowie Vertreter des Kantons und der SBB informieren über die Anpassung des Richtplanes und beantworten Fragen zur geplanten Doppelspur Walchwil.

Weiteres Vorgehen
Die Mitwirkung dauert vom 1. Oktober bis zum 29. November 2011. Die Bevölkerung ist eingeladen, ihre Vorschläge und Anregungen einzubringen. Die Stellungnahmen fliessen in die Überprüfung der Richtplananpassungen ein. Die Baudirektion fasst die Eingaben zusammen. Sie unterbreitet anschliessend ihren Bericht dem Regierungsrat, bevor dieser die Richtplananpassung dem Kantonsrat zum Beschluss vorlegt.


Baudirektion



Weitere Auskünfte:
Heinz Tännler, Regierungsrat Tel. 041 728 53 01



(zio.ch / Heinz Tännler)


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